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Einrichtungsgeschichte

DIE GESCHICHTE

Entwicklung & Meilensteine

Gründungsimpuls und Entstehungsgeschichte von HILFE ZUR SELBSTHILFE sind eng mit der Person und Lebensgeschichte unserer Gründerin Karola Bloch
verknüpft.

Die im polnischen Lodz geborene Architektin und Bauhaus-Anhängerin engagierte sich im praktischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und widersprach dem Stalinismus. Das Trauma der Shoah ließ sie bis zu ihrem Lebensende nicht ruhen.

Auch nach Jahren der Flucht und des Exils folgte Karola Bloch unbeirrt ihrem Leitmotiv „Ich gehe zu denen, die mich brauchen… “ Ihr Wirken galt der Solidarität mit verfolgten und entwürdigten Menschen, mit jenen, die am Rand der Gesellschaft leben.

1971
Gründung von Hilfe zur Selbsthilfe e. V.

Karola Bloch gründete gemeinsam mit ihrem Mann, dem Philosophen Ernst Bloch, sowie zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern den Verein Hilfe zur Selbsthilfe e. V.. Auslöser war ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit mit Strafgefangenen und die Erfahrung, dass viele Menschen nach der Haft kaum Chancen auf einen Neuanfang hatten. Der Name „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde bewusst als Leitprinzip gewählt und steht bis heute für unsere soziale Arbeit.

1972
Erste sozialtherapeutische Wohngemeinschaft Deutschlands

In Reutlingen eröffnete Hilfe zur Selbsthilfe die erste sozialtherapeutische Wohngemeinschaft für junge Strafentlassene in Deutschland. Das Projekt wurde durch zahlreiche Spenden ermöglicht – unter anderem von Bundespräsident Gustav Heinemann, Bundeskanzler Willy Brandt, Verleger Rudolf Augstein und Künstler HAP Grieshaber.

1976
Impuls für die Reform des Strafvollzugsgesetzes

Die Erfahrungen aus der sozialtherapeutischen Arbeit flossen in die Reform des Strafvollzugsgesetzes ein und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Strafvollzugs in Deutschland.

1985
Start des Modellprojekts „Handschlag“

Mit dem Projekt Handschlag initiierte Hilfe zur Selbsthilfe das bundesweit erste Modellprojekt zur Erprobung des Täter-Opfer-Ausgleichs. Der innovative Ansatz setzte neue Maßstäbe in der Konfliktvermittlung und Resozialisierung.

1990
Beitrag zur Reform des Jugendgerichtsgesetzes

Die erfolgreichen Erfahrungen aus dem Modellprojekt „Handschlag“ trugen wesentlich zur Reform des Jugendgerichtsgesetzes bei und stärkten den Täter-Opfer-Ausgleich als festen Bestandteil des Jugendstrafrechts.

1994
Abschied von Karola Bloch

Bis zu ihrem Tod blieb Karola Bloch dem Verein als Vorsitzende und Ehrenvorsitzende eng verbunden. Ihr Lebensmotto – „Ich gehe zu denen, die mich brauchen.“ – prägt unsere Arbeit bis heute.

Seit den 1990er Jahren
Ausbau des sozialen Hilfenetzwerks

Aus den Anfängen entwickelte sich schrittweise ein regionales Netzwerk sozialer Hilfen. Die Ausbildungs- und Beschäftigungshilfe sowie die Jugend- und Familienhilfe wurden zu zentralen Schwerpunkten unserer Arbeit.

2005
Gründung der GIBA gGmbH

Der Metallausbildungsbetrieb des Vereins wurde organisatorisch verselbstständigt und als GIBA gGmbH weitergeführt.

2011
Gründung der Karola-Bloch-Stiftung

Die Vereinsmitglieder gründeten die Karola-Bloch-Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe. Gleichzeitig wurden die Gesellschafteranteile der GIBA gGmbH auf die Stiftung übertragen.

2018
Gründung der Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH

Alle verbliebenen Einrichtungen des Vereins wurden in die heutige Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH überführt. Die Gesellschafteranteile gingen ebenfalls auf die Karola-Bloch-Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe über und schufen damit die heutige Organisationsstruktur.

Heute
Engagement für Menschen in schwierigen Lebenslagen

Heute bietet Hilfe zur Selbsthilfe ein vielfältiges Netzwerk alltagsnaher sozialer Hilfen. Besondere Schwerpunkte sind die Jugend- und Familienhilfe, Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote, die Begleitung junger Geflüchteter sowie die Wohnraumgewinnung und -sicherung für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Damit führen wir die Vision unserer Gründerin fort: Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.