Einrichtungsgeschichte
DIE GESCHICHTE
Entwicklung & Meilensteine
Gründungsimpuls und Entstehungsgeschichte von HILFE ZUR SELBSTHILFE sind eng mit der Person und Lebensgeschichte unserer Gründerin Karola Bloch
verknüpft.
Die im polnischen Lodz geborene Architektin und Bauhaus-Anhängerin engagierte sich im praktischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und widersprach dem Stalinismus. Das Trauma der Shoah ließ sie bis zu ihrem Lebensende nicht ruhen.
Auch nach Jahren der Flucht und des Exils folgte Karola Bloch unbeirrt ihrem Leitmotiv „Ich gehe zu denen, die mich brauchen… “ Ihr Wirken galt der Solidarität mit verfolgten und entwürdigten Menschen, mit jenen, die am Rand der Gesellschaft leben.
Karola Bloch gründete gemeinsam mit ihrem Mann, dem Philosophen Ernst Bloch, sowie zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern den Verein Hilfe zur Selbsthilfe e. V.. Auslöser war ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit mit Strafgefangenen und die Erfahrung, dass viele Menschen nach der Haft kaum Chancen auf einen Neuanfang hatten. Der Name „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde bewusst als Leitprinzip gewählt und steht bis heute für unsere soziale Arbeit.
In Reutlingen eröffnete Hilfe zur Selbsthilfe die erste sozialtherapeutische Wohngemeinschaft für junge Strafentlassene in Deutschland. Das Projekt wurde durch zahlreiche Spenden ermöglicht – unter anderem von Bundespräsident Gustav Heinemann, Bundeskanzler Willy Brandt, Verleger Rudolf Augstein und Künstler HAP Grieshaber.
Die Erfahrungen aus der sozialtherapeutischen Arbeit flossen in die Reform des Strafvollzugsgesetzes ein und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Strafvollzugs in Deutschland.
Mit dem Projekt Handschlag initiierte Hilfe zur Selbsthilfe das bundesweit erste Modellprojekt zur Erprobung des Täter-Opfer-Ausgleichs. Der innovative Ansatz setzte neue Maßstäbe in der Konfliktvermittlung und Resozialisierung.
Die erfolgreichen Erfahrungen aus dem Modellprojekt „Handschlag“ trugen wesentlich zur Reform des Jugendgerichtsgesetzes bei und stärkten den Täter-Opfer-Ausgleich als festen Bestandteil des Jugendstrafrechts.
Bis zu ihrem Tod blieb Karola Bloch dem Verein als Vorsitzende und Ehrenvorsitzende eng verbunden. Ihr Lebensmotto – „Ich gehe zu denen, die mich brauchen.“ – prägt unsere Arbeit bis heute.
Aus den Anfängen entwickelte sich schrittweise ein regionales Netzwerk sozialer Hilfen. Die Ausbildungs- und Beschäftigungshilfe sowie die Jugend- und Familienhilfe wurden zu zentralen Schwerpunkten unserer Arbeit.
Der Metallausbildungsbetrieb des Vereins wurde organisatorisch verselbstständigt und als GIBA gGmbH weitergeführt.
Die Vereinsmitglieder gründeten die Karola-Bloch-Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe. Gleichzeitig wurden die Gesellschafteranteile der GIBA gGmbH auf die Stiftung übertragen.
Alle verbliebenen Einrichtungen des Vereins wurden in die heutige Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH überführt. Die Gesellschafteranteile gingen ebenfalls auf die Karola-Bloch-Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe über und schufen damit die heutige Organisationsstruktur.
Heute bietet Hilfe zur Selbsthilfe ein vielfältiges Netzwerk alltagsnaher sozialer Hilfen. Besondere Schwerpunkte sind die Jugend- und Familienhilfe, Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote, die Begleitung junger Geflüchteter sowie die Wohnraumgewinnung und -sicherung für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Damit führen wir die Vision unserer Gründerin fort: Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.